Wie lässt sich ein hochkomplexer Forschungsstandort zukunftsfähig weiterentwickeln, ohne seine Identität zu verlieren? Und wie kann Architektur Forschung mit Sicherheit und Aufenthaltsqualität verbinden? Solche Fragen beschäftigten uns rund um den gewonnenen Wettbewerb für den Neubau des Laborhauptgebäudes in Spiez.
1925 wurde mit dem Gaslaboratorium Wimmis die Vorgängerorganisation des heutigen Labor Spiez gegründet. Seither hat sich das Labor zu einer international anerkannten Institution auf dem Gebiet des ABC-Schutzes entwickelt. Das Labor Spiez liegt auf einer Anhöhe, inmitten einer weiträumigen Waldlichtung. Zusammen mit zivilen und militärischen Gebäuden bildet es einen Campus von nationaler Bedeutung, das ABC-Zentrum Spiez.
Das Areal befindet sich in einem kontinuierlichen Transformationsprozess – mit dem Ziel, eine zeitgemässe, flexible Infrastruktur für Forschung, Entwicklung und Zusammenarbeit zu schaffen. Das zentrale Element dieser Erneuerung ist der Neubau des Laborhauptgebäudes: Durch seine präzise Platzierung entstehen grosszügige Freiräume, die künftige Entwicklungen ermöglichen sowie zivile und militärische Bereiche voneinander abtrennen. Separate Zugänge gewährleisten eine hohe Sicherheit und effizienten Betrieb zugleich.
Das neue Laborgebäude, als funktionales und architektonisches Herz des Areals, vereint hochspezialisierte Labore mit modernen Büro- und Kommunikationszonen. Das kompakte, vierstöckige Gebäude mit zusätzlichem Attikageschoss bietet attraktive Arbeitsplätze und Ausblick auf die umliegende Natur und die Berge. Ein grosszügiger, begrünter Innenhof zieht sich als zentrale Licht- und Begegnungszone durch das Gebäude. Das schafft Transparenz, Orientierung und eine Verbindung zwischen Technik und Natur. Während der Laborbereich durch technische Zonen geprägt ist, ermöglichen flexible Bürogrundrisse vielfältige Nutzungen und künftige Anpassungen. Zwei Wendeltreppen im Bürotrakt verbinden alle Ebenen und symbolisieren das Vernetzen von Wissenschaft und Architektur – wie ein DNA-Strang.
Die Fassade aus vertikalen Aluminiumlamellen umhüllt das Gebäude wie ein feines Gewebe. Sie verleiht dem Neubau ein klares, zeitgemässes Äusseres und spiegelt die präzise Arbeit im Inneren wider. Gegen den Park hin öffnet sich das Erdgeschoss zur Landschaft; mit Eingang, Cafeteria und Aufenthaltsbereichen als Schnittstelle zwischen Forschung, Natur und Begegnung.
Der Neubau des Labor Spiez vereint Funktionalität und Ästhetik, Sicherheit und Aufenthaltsqualität. Mit klarer Struktur, naturnaher Atmosphäre und präziser Gestaltung setzt das Gebäude ein Zeichen für Innovation und nachhaltige Entwicklung am Forschungsstandort Spiez.










