Siedlung Dorniacker
Auftraggeber*in
Einfache Gesellschaft "Areal Dorniackerstrasse"
Auftragsart
Studienauftrag 2024, einstufiges Verfahren, kein Zuschlag
Programm
Sanierung und Aufstockung
Nutzung
Wohnen
Ort
Urtenen-Schönbühl
Baujahr
Studienauftrag
SIA 416
38'200 m2
Architektur
Landschaftsarchitektur
extrā Landschaftsarchitekten AG
Fotografie / Visualisierung
PLAY-TIME Barcelona
Texte
Rea Wittwer

Dorniröschen– Weiterbauen statt Ersetzen

 

Wie lässt sich eine Wohnsiedlung der 1970er-Jahre so weiterentwickeln, dass ihre räumlichen Qualitäten erhalten bleiben und gleichzeitig zeitgemässe Wohnformen entstehen? Diese Frage bildet den Ausgangspunkt für die Erneuerung der Siedlung Dorniacker in Schönbühl Süd.

 

Der Entwurf versteht den Bestand als Ressource. Anstatt die Siedlung grundlegend neu zu ordnen, entwickelt er ihre räumlichen Strukturen behutsam weiter. Bestehende Qualitäten werden gestärkt, gezielte Ergänzungen schaffen neue Wohnangebote und gemeinschaftliche Orte. So bleibt die Identität des Quartiers erhalten und wird zugleich zeitgemäss weiterentwickelt.

 

Die Dorniackerstrasse wird als verkehrsberuhigte Begegnungszone zum Rückgrat des Quartiers. Neue Hauseingänge orientieren sich zum öffentlichen Raum und stärken die Beziehung zwischen Gebäude und Freiraum. Private Gärten, gemeinschaftliche Aufenthaltsbereiche und der zentrale Grünraum bilden eine differenzierte Abfolge vielfältig nutzbarer Freiräume.

 

Die etappierte Transformation ermöglicht eine sozialverträgliche Entwicklung. Bestehende Gebäude werden saniert, ergänzt oder ersetzt. Trotz unterschiedlicher Eingriffe entsteht ein zusammenhängendes Ensemble, verbunden durch Proportion, Materialität, Farbigkeit und Höhenentwicklung. Balkone,Dachterrassen und gemeinschaftliche Nutzungen erweitern den Wohnraum und fördern das nachbarschaftliche Leben.

 

Die Architektur entwickelt die charakteristische Staffelung der Siedlung konsequent weiter. Unterschiedlich tiefe Balkone, präzise Fassadenelemente und eine ruhige Gliederung verleihen den Gebäuden Eigenständigkeit und fügen sie zu einem harmonischen Gesamtbild. Massivbauten werden mit Aufstockungen in Holzbauweise kombiniert. Der Erhalt und die Wiederverwendung bestehender Bauteile reduzierenden Ressourcenverbrauch und die graue Energie.

 

Ein vielfältiger Wohnungsmix sowie Ateliers, Gemeinschaftsräume, Mietbüros und eine Kindertagesstätte schaffen lebendige Erdgeschosszonen und fördern die soziale Durchmischung.

 

Die Erneuerung der Siedlung Dorniacker versteht Transformation als Weiterbauen. Bestand und Neubau bilden ein gemeinsames architektonisches Ensemble. Durch den sorgfältigen Umgang mit den vorhandenen Strukturen entstehen identitätsstiftende Freiräume, vielfältige Wohnangebote und ein nachhaltiges Quartier mit einer klaren Perspektive für die Zukunft.

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