Gymnasium Neufeld, Bern
Auftraggeber*in
Amt für Grundstücke und Gebäude des Kantons Bern (AGG)
Auftragsart
5. Rang Projektwettbewerb 2022, im einstufigen Verfahren, kein Zuschlag
Programm
Ersatzneubau
Nutzung
Bildung
Ort
Bern
Baujahr
5. Rang
SIA 416
12'684 m2 | 54'724 m3
Architektur
mrh architektur ag
Landschaftsarchitektur
Hofmann Landschaftsarchitekten AG SIA
Fotografie / Visualisierung
PLAY-TIME Barcelona
Texte
Rea Wittwer

Gymnasium Neufeld, Gebäude Nord – Weiterbauen am Ensemble

 

Wie lässt sich ein bedeutendes Schulensemble der 1960er-Jahre weiterentwickeln,ohne seinen räumlichen Charakter zu verlieren? Der Entwurf versteht den Ersatzneubau nicht als Solitär, sondern als selbstverständliche Ergänzung des bestehenden Ensembles. Er führt dessen architektonische Ordnung fort und entwickelt sie für die Anforderungen einer zeitgemässen Schule weiter.

 

Die präzise Anordnung der Baukörper und das ausgewogene Zusammenspiel von Architektur und Freiraum bilden den Ausgangspunkt des Projekts. Der Neubau ersetzt den bestehenden Erweiterungsbau und fügt sich nördlich des Hauptgebäudes selbstverständlich in die bestehende Struktur ein. Seine Setzung respektiert die geschützten Bestandsbauten, bewahrt ihre räumlichen Beziehungen und stärkt die Klarheit des Ensembles.

 

Die Architektur folgt der Logik des Ortes. Ein Sockelgeschoss nimmt Schul- und Verwaltungsnutzungen auf und knüpft an die Typologie des Hauptgebäudes an. Das zurückversetzte Erdgeschoss öffnet das Gebäude zum Freiraum und schafft vielfältige Blickbeziehungen zum Länggassquartier und zum Bremgartenwald. Darüber entwickeln vier kompakte Obergeschosse einen ruhigen Baukörper, der den Strassenraum fasst und dem Campus eine klare Adresse verleiht.

 

Der neue Eingangsplatz an der Bremgartenstrasse bildet das räumliche Zentrum der Anlage. Hauptgebäude, Aula, Turnhalle und Neubau werden selbstverständlich miteinander verbunden. Architektur und Freiraum folgen einer gemeinsamen orthogonalen Ordnung und schaffen einen identitätsstiftenden Ort für Ankunft,Aufenthalt und Begegnung.

 

Die Topografie wird als Entwurfselement weitergeführt und über ein unterirdisches Verbindungsgeschoss verknüpft. Grosszügige Pausenbereiche und vielfältige Freiräume verbinden Unterricht, Bewegung und Aufenthalt. Eine flexible Holzbaukonstruktion mit klarer Tragstruktur, modularen Grundrissen und langlebigen Materialien ermöglicht eine wirtschaftliche und ressourcenschonende Nutzung.

Der Neubau ergänzt das Gymnasium Neufeld mit Respekt vor der bestehenden Anlage und entwickelt deren räumliche Qualitäten behutsam weiter. Aus dem Zusammenspiel von Bestand, Neubau und Freiraum entsteht ein zeitgemässer Bildungsort, der die Identität des Ensembles stärkt und in die Zukunft weiterträgt.

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