Domicil Serena Münchenbuchsee
Auftraggeber*in
Stiftung Haus Serena, Urtenen-Schönbühl vertreten durch Domicil Bern AG
Auftragsart
1. Rang Workshopverfahren 2017
Programm
Neubau
Nutzung
Demenzzentrum
Ort
Münchenbuchsee
Baujahr
2020
2023
SIA 416
6’765 m2 GF | 23’985 m3 GV
Architektur
mrh architektur
Landschaftsarchitektur
Maurus Schifferli Landschaftsarchitekt, Bern
Fotografie / Visualisierung
Marco Frauchiger, Bern
Texte
Rea Wittwer

Welche räumlichen und sozialen Bedingungen helfen Menschen mit Demenz, sich wohl und geborgen zu fühlen? Und wie fliessen diese bei dem Neubau eines Alterszentrums mit ein? Diese und weitere aktuelle Fragen zum gesellschaftsrelevanten Thema Wohnen und Leben mit Demenz geben beim Workshopverfahren für dieses Neubauprojekt den Rahmen vor.

 

Sicherheit und Orientierung durch klare Raumstrukturen, viel Tageslicht in Innenräumen und Aussicht in die Umgebung sowie gesicherte Rundwege durch Haus, Natur und Garten: Architektur, die auf solche Bedürfnisse von Menschen mit Demenz eingeht, wird zunehmend relevanter.

 

Mit einer klaren Volumetrie und Geometrie geht der Neubau Serena, das Domicil Kompetenzzentrum für Demenz, darauf ein. Der öffentliche Park zur Strasse hin und ein privater, geschützter Demenzgarten bilden nicht nur zwei unterschiedliche Aussenräume – der direkte Naturbezug regt die Sinne an und wirkt sich positiv auf das Wohlbefinden der Bewohnerinnen und Bewohner aus.

 

Das Regelgeschoss besteht aus zwei Wohngruppen, die über das zentrale Treppenhaus miteinander verbunden sind. Die Erschliessung innerhalb der einzelnen Wohngruppen sowie über beide Wohngruppen hinweg ist konsequent als Rundweg organisiert. Es entsteht die Grundfigur einer Doppelacht, die ohne Anfang und Ende durchgehend begangen werden kann.Sackgassen werden bewusst vermieden, sodass Menschen mit Demenz ihrem natürlichen Bewegungsdrang folgen können, ohne in Situationen der Orientierungslosigkeit oder des Umkehrens zu geraten. Die endlos begehbare Wegführung vermittelt Sicherheit, reduziert Stress und unterstützt den gewohnten Bewegungsrhythmus.

 

Gleichzeitig werden die Gänge und Aufenthaltsbereiche in fein abgestuften, dezenten Farbtönen gestaltet. Unterschiedliche Farbwelten schaffen abwechslungsreiche Raumstimmungen und gliedern das Gebäude auf subtile Weise. Einzelne Bereiche wirken anregend, andere beruhigend, wodurch nicht nur das Wohlbefinden gefördert, sondern auch die Orientierung innerhalb des Hauses erleichtert wird.

 

Dank viel Lichteinfall und verschiedenen Ausblicken in den Hof sowie in die Umgebung bieten die offenen, hellen Innenräume Geborgenheit. Ein klar ausgebildetes Zentrum dient als identitätsstiftender Treffpunkt für die Bewohnerinnen und Bewohner. Funktionsräume wie Nasszellen,Pflege- und Nebenräume sind bewusst zentral angeordnet und von allen Bereichen aus auf kurzen Wegen erreichbar. Dadurch entstehen übersichtliche Strukturen, welche die Selbstständigkeit der Bewohnerinnen und Bewohner unterstützen und den Pflegealltag erleichtern.

 

Der Neubau Serena schafft eine Umgebung, die den Bedürfnissen von Menschen mit Demenz konsequent gerecht wird. Klare Raumstrukturen, die endlos begehbare Doppelacht, eine differenzierte Farbgestaltung sowie der Bezug zu Tageslicht und Natur fördern Orientierung, Sicherheit und Wohlbefinden. So entsteht ein Haus, das Geborgenheit vermittelt und ein würdevolles Leben im Alter unterstützt.

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