Sonnenhof Südwest II, Emmen
Auftraggeber*in
Romano & Christen Architekten HTL, Luzern
Auftragsart
1. Rang Studienauftrag 2026, im einstufigen Verfahren
Programm
Neubau
Nutzung
Wohnen
Ort
Emmen, Luzern
Baujahr
1. Rang
SIA 416
6'643 m2 GF | 20'707 m3 GV
Architektur
mrh architektur ag
Landschaftsarchitektur
Fahrni Landschaftsarchitekten GmbH
Fotografie / Visualisierung
PLAY-TIME Barcelona
Texte

unité d`habitation

Der Neubau von 2017 wird weitergedacht und erhält eine kleine Schwester mit ähnlicher DNA. Ergänzt werden die beiden Wohnbauten durch einen eingeschossigen Pavillon, der gemeinschaftliche Nutzungen ermöglicht und gleichzeitig die bestehende Einstellhallenrampe integriert. So entsteht aus drei Teilen eine zusammengehörige Einheit.

 

In Aufbau und Gestaltung folgen die Gebäude einer gemeinsamen Haltung. Die beiden Wohnbauten entwickeln sich entlang des gewachsenen, leicht ansteigenden Terrains, während der Pavillon als gemeinschaftlicher Mittelpunkt zwischen ihnen vermittelt. Trotz feiner Nuancierungen sprechen alle drei Bauteneine einheitliche architektonische Sprache.

 

Zum verbindenden Element wird der grosszügige Freiraum. Heutige und zukünftige Bewohnerinnen und Bewohner teilen sich den Aussenraum und den gemeinschaftlichen Bereich beim Pavillon. Es entsteht ein attraktiver und vielseitig nutzbarer Ort, der Begegnungen ermöglicht und eine wichtige Voraussetzung für das Entstehen einer Gemeinschaft schafft.

 

Diese Offenheit setzt sich über die Grenzen der Siedlung hinaus fort. Die erdgeschossigen Durchgänge im Neubau stehen auch den Bewohnerinnen und Bewohnern der historischen Sonnenhofsiedlung offen. Gegen Osten wird das Wegnetz über den Grudligweg hinweg weitergedacht – als ein Willkommensgruss an die Nachbarschaft und als Einladung, an der neuen Gemeinschaft teilzuhaben.

 

Während sich die beiden Wohnbauten inhaltlich sehr ähnlich sind,tritt die jüngere Schwester etwas feiner in Erscheinung. Eine rhythmisch gegliederte Fassadenschicht mit gerastert angeordneten offenen und geschlossenen Bereichen verleiht ihr einen eigenständigen Ausdruck. In der Balkonschicht entstehen zudem Möglichkeiten für eine individuelle Begrünung.

 

Die Länge des Neubaus wird durch die Staffelung des Grundrisses, Unterbrüche in der Balkonschicht sowie geschlossene und begrünte Fassadenteile gegliedert. Zusammen mit gezielt gesetzten Baumpflanzungen entsteht ein Rhythmus, der das Gebäude optisch in mehrere Teile auflöst und seine Massstäblichkeit differenziert.

 

Eine besondere Bedeutung kommt den neuen, überhohen Durchgängen bei den einzelnen Erschliessungskernen zu. Sie schaffen sowohl eine optische als auch eine soziale Durchlässigkeit: Der grosse gemeinsame Garten wird für die Bewohnerinnen und Bewohner der Sonnenhofsiedlung teilweise sichtbar und direkt zugänglich. Gleichzeitig werden die Zugänge zu den Neubauten klarer und grosszügiger ausgebildet.

 

Die Einführung dieser Durchgänge bietet zugleich die Möglichkeit, die Verteilung der Wohnungen neu zuordnen. Die grossen Wohnungen befinden sich neu im Erdgeschoss und erhalten einen direkten Bezug zum eigenen Garten, während die kleineren Wohnungen im Attikageschoss angeordnet werden. Damit profitieren insbesondere die Familienwohnungen von einer hohen Aussenraumqualität, während gleichzeitig die Anzahl der privilegierten Attikawohnungen verdoppelt werden kann.

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