Wie kann ein Werkhof gleichzeitig wichtige Landmarke und zurückhaltender Baukörper sein? Zentrale Frage beim Wettbewerb Werkhof Gesigen. Der Werkhof liegt in einer Geländemulde zwischen Thun und Spiez, von Wald umgeben. Trotz dieser geschützten Lage dominiertdas Areal von der nahegelegenen Autobahn A6 aus. Zur Landschaft hin wirkt der Werkhof ruhiger. Das Projekt nimmt diese zwei unterschiedlichen Perspektiven auf und schafft mit einer klaren städtebaulichen Setzungmehr Klarheit.
Die Anlagebesteht aus drei funktionalen Hallen, einem Bürotrakt entlang der Autobahn sowie einem grosszügigen Werk- und Ankunftsplatz. Die höhere Mittelzone sorgt für eine klare innere Struktur und ermöglicht effiziente Arbeitsabläufe. Die Verkehrswege von Lastwagen und Personenwagen werden so klar getrennt. Die beiden südlichen Hallen dienen Werkstatt und Fahrzeughalle und werden als Neubauten in Holz ausgeführt. Die nördliche Lagerhalle entsteht mit wiederverwendeten Stahltragwerken aus dem rückgebauten Haller-System, ein ressourcenschonender Beitrag.
Der Bürotrakt überspannt die beiden südlichen Hallen. Zusammen mit dem grosszügigen Abstand zur Autobahn schafft dies eine klare Eingangssituation. Der zurückversetzte Werkstattbau mit vorgelagertem Grünraum stärkt das klare Erscheinungsbild. Zur Landschaft hin ist der Werkhof eingeschossig und zeigt eine fein gegliederte Fassade, was zwischen der grossen Dimension des Werkhofs und der natürlichen Landschaft vermittelt.
Der Werkhof fügt sich entlang des Waldrands harmonisch in die umliegende Natur ein. Sitzgelegenheiten, Wildstaudenflächen und blütenreiche Sträucher schaffen einenattraktiven Aufenthaltsraum für Mitarbeitende und Besucher:innen, weg vom Werkverkehr. Innen- und Aussenraum sind durch einen Betonweg verbunden, er führt sicher zwischen den Gebäuden hindurch und unterstütz bei der Orientierung. Auch die Verkehrsflächen sind klar gegliedert: Asphalt für den Hauptverkehr, Kies- und Sickerbeläge für Stell- und Lagerflächen, Schotterrasen für Parkplätze. Weniger versiegelte Flächen, mehr Grün und eine gezielte Materialwahl fördern die Biodiversität und verbessern das Mikroklima auf dem stark beanspruchten Areal.
Das Projekt punktet mit der klaren städtebaulichen Setzung. Zentrale Eckpfeiler des Werkhof Gesigen sind Funktionalität, Nachhaltigkeit und ortsbezogene Architektur, oder auch: effiziente Abläufe, ressourcenschonende Konstruktionen und ein sorgfältig gestalteter Aussenraum mit Einbezug der umliegenden Natur.






