Psychiatrische Uniklinik Zürich, Rheinau
Auftraggeber*in
Psychiatrische Universitätsklinik Zürich
Auftragsart
2. Rang Projektwettbewerb 2022, im einstufigen Verfahren, kein Zuschlag
Programm
Neubau
Nutzung
Gesundheit
Ort
Rheinau, Zürich
Baujahr
2. Rang
SIA 416
12'645 m2 | 55'147 m3
Architektur
mrh architektur ag
Landschaftsarchitektur
Klötzli Friedli Landschaftsarchitekten AG, Bern
Fotografie / Visualisierung
PLAY-TIME Barcelona
Texte
Rea Wittwer

Psychiatrische Universitätsklinik Zürich, Rheinau – Architektur für Geborgenheit und Würde

 

Wie kann ein psychiatrischer Neubau Sicherheit, Orientierung und Geborgenheit vermitteln, ohne sich von seiner Umgebung abzuschotten? Das Projekt für die Psychiatrische Universitätsklinik Rheinau versteht Architektur als therapeutischen Bestandteil der Behandlung. Im Mittelpunkt steht der Mensch, mit seinen Bedürfnissen nach Schutz, Selbstbestimmung und Würde.

 

Das Areal der ehemaligen Klosteranlage Rheinau zählt zu den bedeutendsten psychiatrischen Ensembles der Schweiz. Der Neubau führt dessen klare räumliche Ordnung respektvoll weiter und ergänzt sie mit einer zeitgemässen Interpretation. Seine kompakte, hofartige Struktur fügt sich selbstverständlich in das Ensemble ein und schafft einen geschützten Innenhof als ruhiges Zentrum der neuen Station.

 

Die Architektur entwickelt sich aus dem Spannungsfeld von Offenheit und Geborgenheit. Halbtransparente Backsteinelemente, grosszügige Fenster und präzise Blickbeziehungen schaffen eine ausgewogene Balance zwischen Privatsphäre und Landschaft. Tageslicht, natürliche Materialien und eine ruhige Gestaltung prägen eine Atmosphäre, die Orientierung gibt und Stress reduziert.

 

Die innere Organisation folgt den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten.Übersichtlich gegliederte Stationen und fliessende Übergänge zwischen gemeinschaftlichen und privaten Bereichen schaffen Sicherheit, ohne institutionell zu wirken. Aufenthaltsräume, Küchen und gedeckte Aussenbereiche fördern Begegnung, während die Patientenzimmer geschützte Rückzugsorte mit hoher Wohnqualität bieten.

 

Materialität und Konstruktion knüpfen an den historischen Bestand an, ohne ihn zu imitieren.Betonsockel, sorgfältig gestaltete Backsteinfassaden und präzise proportionierte Öffnungen verleihen dem Neubau eine ruhige Eigenständigkeit. Der therapeutische Freiraum mit Streuobstwiese, Sinnesgärten und vielfältigen Aufenthaltsorten unterstützt den Genesungsprozess und stärkt die Verbindung zwischen Architektur und Landschaft.

 

Der Neubau versteht Architektur als Teil des Heilungsprozesses. Im Dialog mit dem historischen Ensemble entsteht ein Ort, der Schutz und Offenheit verbindet und den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Aus dem Zusammenspiel von Architektur,Landschaft und therapeutischem Umfeld entwickelt sich ein würdevoller und zukunftsfähiger Gesundheitsbau.

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